Mode
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Book Review

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Meine Damen und Herren, ich weiß nicht wie lange ich schon diesen Artikel schreiben möchte, aber gute drei Monate dürften es nun fast sein. Grund ist das Buch von Angelika Taschen mit dem verheißungsvollen Namen: BERLIN STREET STYLE – A GUIDE TO URBAN CHIC. Und wer möchte nicht gerne urban-chic-mäßig durch die Straßen schlendern? Mit großer Vorfreude habe ich mich also in mein Bett gekuschelt, um mich mit modischen Weisheiten aus meiner Stadt berieseln zu lassen. Unterteilt wird das Buch in vier unterschiedliche Kapitel, angefangen vom modischen Berlin, über die natürliche Schönheit der Berlinerin hin zu einem ultimativen Guide für ein urbanes Großstadtnest. Zu guter Letzt folgt ein persönliches Kapitel der Autorin über ihre liebsten Plätze in Berlin.

PART ONE – What Berlin Is Wearing

Eingestiegen wird gleich mit ein paar Hardfacts zum anscheinend typischen Geschmack der Berliner Göre. Demnach liebt die Berlinerin den unfinished style, trägt niemals großflächige Logos, unterstützt fleißig den lokalen Kleinhändler von Nebenan und ist, natürlich, die geborene Naturschönheit. Weiterhin werden in dem Kapitel beliebte Outfitkombis präsentiert aber auch sog. Trend No-Gos.

Ehrlich gesagt hat mir dieses Kapitel fast überhaupt nicht gefallen. Die modischen Trends, die man dort liest, sieht man vielleicht an vereinzelten Modejunkies in Mitte, aber nicht an einem Durchschnittsberliner und damit meine ich nicht den modischen Faulpelz, der einfach das anzieht was passt. Vielmehr sehe ich einfach nicht das „normale“ berliner Völkchen wiedergespiegelt, das jenseits des Rosenthaler Platzes, der Bergmannstraße und des Schlesis, durch Berlin läuft.

Dementsprechend haben mir auch weder die vorgestellten Shops gefallen noch die empfohlenen Must-Haves, die eine jede Berlinerin hat. Zunächst zu den Shops. Als ich mir das Buch gekauft habe, tat ich das mit der Intension herauszufinden wie sich Berlin in der berliner Mode ausdrückt, was andere Menschen so tragen, was ihre Meinungen zu Mode sind. In meiner Vorstellung war Berlin immer ein kleines Modeparadies gefüllt mit Leuten, die tragen was sie möchten, woher es auch immer stammt, Altes und Neues mixen und nicht unbedingt größten Wert darauf legen sich mit den teuersten Stücken zu behängen. Dementsprechend erwartete ich schon beinahe kleine Shopempfehlungen oder Straßen in denen schöne Shops auf einen warten. Was ich bekommen habe ist ein Guide für Berlin Mitte! Ein Designershop reiht sich an den nächsten und Designershops sind ja auch eine großartige Sache, aber für den Durchschnittsbürger meistens eher mit Stücken zu utopischen Preisen ausgestattet. Stelle ich mir nun den einfachen Touri vor der nach Berlin reist, dieses Buch im Handgepäck auf der Suche nach dem berliner urban chic, wird sich vermutlich nach dem dritten Laden Ernüchterung einstellen und die Frage kommt auf woher die Bewohner des ärmsten Bundeslandes so viel Geld haben, sich ein Shirt für 80 Euro zu kaufen. Ich möchte nicht falsch verstanden werden. Ein Besuch in solchen Läden ist wunderbar wenn man sich einmal etwas Besonderes leisten möchte, spiegelt aber nicht die gewohnte Shoppingumgebung der Berliner Göre wieder, wie ich einmal kess vermute. Hier hätte ich mir einfach eine schönere Mischung gewünscht.

Auch die angegebenen Second-Hand Läden lassen eher zu wünschen übrig. Klar, wenn man sich das Designerteil zum Originalpreis nicht leisten kann, kann man es ja ruhig einmal im Second-Hand-Designer-Store versuchen. Allerdings habe ich in dem Buch nicht einen richtigen Second-Hand Laden entdeckt, wo man urig und mit dem typischen muffigen Geruch, zwei Stunden braucht um das System des Ladens zu verstehen und am Ende und nach mühevoller Suche freudig mit schönen Fundsachen nach Hause geht. Oder eben auch nicht, denn Second-Hand-shoppen benötigt Ausdauer und Geduld.

Zu guter Letzt aber noch ein paar positive Aspekte des Kapitels. Gefallen haben mir die Texte zum modischen Reiseguide und die Serie in der verschiedene Trendteile wie Parka, Blazer und co. vorgstellt wurden. Gemessen an dem Umfang und der Möglichkeiten war das Kapitel nichtsdestotrotz eher ernüchternd.

PART TWO – Naturally Beauty

Nach der Modekatastrophe war ich ja nicht mehr allzu guter Dinge was das Thema Beauty anging. Jedoch hat mir das Kapitel besser gefallen. Angefangen wird mit einer morgendlichen Routine, allgemeingültig, auf bestimmte Produkte im Besonderen einzugehen. Danach folgen ein paar Beautyfavoriten, die ich sinnvoll gewählt und logisch fand und auch für Neulinge verständlich sind. Nach den üblichen Beauty Faux-Pas, folgt wieder eine Reihe an vorgeschlagenen Shops. Auch wenn die Auswahl hier wieder eher gehobenere Beautyshops herausstellt, stört mich das in diesem Fall nicht besonders, da ich selber interessiert an anderen Produktmarken bin und auch Nischenshops genannt werden. Leider ist die Rubrik mit etwas mehr als zwanzig Seiten doch recht kurz geraten! Ganz vernünftige Tipps, jedoch nicht außergewöhnlich und definitiv ausbaufähig!

PART THREE – The Berlin Woman At Home

Eigentlich kann man sich schon durch die beiden vorangegangenen Kapitel denken, was einen im dritten Kapitel erwartet. Ein Mix aus Designermöbelguide und Pinterestkopie. Hat mir gefallen, wenn für meinen Geschmack auch zu sehr die 5% der Berliner dargestellt wurden, die sich so einen Luxus vielleicht leisten können. Schön fand ich denk Artikel zum Schrankausmisten und zu den Blumenläden, da ich Blumen einfach liebe und lustigerweise auch der Blumenladen bei mir ums Eck genannt wurde bei dem ich gerne einkaufe. Interessant hätte ich hier auch ein paar Tipps zum Flohmarkt-Möbelshopping gefunden oder eine Art Führung durch eine Berliner Wohnung.

Zuletzt folgt die persönliche Sicht der Autorin auf Berlin und ihre Lieblingsplätze. Ganz interessant vielleicht für Personen desselben Alters, hätte aber noch durch Ansichten verschiedener Berliner, unterschiedlicher Altersstufen aufgepeppt werden können.

FAZIT

Wenn ich ehrlich bin, würde ich mir das Buch vermutlich nicht nochmal kaufen und auch niemanden empfehlen, der nach seinem Style oder realitätsnahe Tipps zum berliner Stil sucht. Es wird eher eine kleine Klientel angesprochen, die es durchaus hier in Berlin gibt, aber wie gesagt nur in bestimmten Ecken zu finden ist und nicht annähernd der Allgemeinheit entspricht. Für Personen, die sich wirklich für Mode nach der Designerkarte interessieren, könnten wirklich spannende Tipps enthalten sein, falls sie sich in Berlin nicht auskennen. Auch spannend könnte das Buch für Personen sein, die ihren Stil bereits gefunden haben und sich nun in das modische Designerleben wagen wollen. Für junge Grasshüpper, die einen einfachen Guide suchen mit sinnvollen Tipps und noch nicht besonders viel Modeverständnis- und affinität besitzen, wird das Buch weniger etwas sein.

Trotzdem habe ich in der Kollage versucht noch einmal zusammenzufassen, was für mich in Übereinstimmung mit dem Buch aber auch nach meiner persönlichen Meinung die berliner Göre ausmacht.

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Berlin ist für mich hauptsächlich chilliger chic, sprich lässige Basics gepaart mit eventuellen Highlights. Ein Grundoutfit würde für mich zunächst immer mit einem weißen, baggy Shirt beginnen, gepaart mit schwarzen Skinny Jeans. An den Füßen muss es bequem sein! Niemand trägt hier ernsthaft den gesamten Tag Heels, sondern meistens kommen einfach ein paar Sneaker an den Fuß, mit denen man lange und vernünftig laufen kann! Schnieke Sonnenbrille und ein guter Duft und fertig ist man für die Großstadt, denn um ein leckeren Snack im Park zu essen oder bei Sonnenuntergang sich ein Bierchen mit Freunden zu genehmigen, braucht es nun wirklich nicht die Cashmereleggins und den Heel aus dem Designersecondhandshop…

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